Montag, 6. Juli

vor Seite 1

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Foto der Installation: Prinzessin Margarita María, Detail aus „Las Meninas“, in einer Muschel stehend und sich im Spiegel der von uns rekonstruierten Westwand der Prinzengalerie (jenes Raumes, in dem sich die von Velázquez dargestellten Personen aufhalten) betrachtend. Die Rekonstruktion der Westwand basiert auf MOFFITT 1983, ORSO 1986.

Seiten 4 und 5

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linker Hund (Masti):
der in „Las Meninas“ dargestellte Hund (ein Mastiff) von hinten. Wir sehen an ihm vorbei aus dem Bildraum von „Las Meninas“ in den Saal 12 des Museo Nacional del Prado, in dem das von Velázquez gemalte Bild prominent an der Stirnwand des Raumes hängt.

rechter Hund (Lena):
seitenverkehrt nachempfunden nach dem Hund im Gemälde „El perro” respektive „Perro semihundido“ von Francisco de Goya (zwischen 1820 und 1823) aus dem Ensemble der „Pinturas negras“, Museo del Prado in Madrid.
de.wikipedia.org/wiki/Francisco_de_Goya
es.wikipedia.org/wiki/Pinturas_negras
Das Gespräch der beiden Hunde ist mit inspiriert durch das Kapitel „Was der Hund erzählte“ in Salvador de Madriagas Kriminalroman „Ein Strauß von Irrtümern“ (Ramo de Errores, México 1952), der nach dem Rashomon-Schema aufgebaut ist. Wie in Akira Kurosawas gleichnamigen Film von 1950 ist auch in Salvador de Madriagas Novelle ein Verbrechen aus verschiedenen Perspektiven beschrieben, ganz zu Beginn aber aus der Sichtweise des Hundes.
de.wikipedia.org/wiki/Salvador_de_Madariaga

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!Hola!:
im Spanischen: Hallo. Sätze mit Rufzeichen beginnen im Spanischen mit einem verkehrten „!“

José:
In unserem Buch ein junger spanischer Kunsthistoriker, der krisenbedingt im Museo Nacional des Prado, Madrid, als Nachtwächter arbeitet.

Seiten 6 und 7

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Pastell: Prinzessin Margarita María; nach „Las Meninas“ von Diego Velázquez.

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Katja
(auch Jekaterina) Frau von José und Mutter von Mascha, ist eine russische Physikerin, die in Madrid lebt und arbeitet.

Mascha
russische Koseform von Maria. Mascha ist eine der Heldinnen unseres Buches: ein fünfjähriges Mädchen, Tochter der russischen Physikerin Jekaterina (Katja) und des spanischen Kunsthistorikers José.

Lederschühchen
Die Frauen trugen im 17. Jahrhundert am spanischen Hof flache, weiche Lederschuhe; SMIDT-DÖRRENBERG 1966.

Kakao
Die ersten Kakaobohnen hatte Christoph Kolumbus aus Amerika mitgebracht, die damals aber noch nicht als Genussmittel erkannt wurden.. Das änderte sich erst durch die Zugabe von Honig und Rohrzucker. 1544 wurde Schokolade erstmals als Getränk am spanischen Hof getrunken.
Prinzessin Margarita María (unterlegtes Bild) liebte Schokolade und Kakao sehr. Als sie 1666 als Gattin des Kaisers Leopold I. nach Wien reiste, nahm sie 375 Zentner Schokolade mit; SMIDT-DÖRRENBERG 1966; HAMANN 2010.

Ablecken, Berühren
Die Mitglieder der königlichen Familie durften im Spanien des 17. Jahrhunderts von niemandem berührt werden; Ludwig PFANDL, Philipp II. Gemälde eines Lebens und einer Zeit, München 1948. Die Prinzessin durfte nur deren Amme und später ihre Aya (Erzieherin) anfassen.

Masti
Der Hund heißt in unserem Buch Masti, weil es sich dabei um einen Mastiff handelt. Das war in der Entstehungszeit des Bildes ein Sammelbegriff für große, schwere Hirtenhunde. Eine Einteilung von Hunderassen nach ihrer Form erfolgte erst Mitte des 18. Jahrhunderts. Heute gültig ist die sog. Moderne Systematik nach dem FCI-System.